Auszeit

Hier ein Bericht eines Gastes, der sehr gut darstellt, was dich/Sie bei einer Auszeit erwarten kann. Im Januar 2017 schrieb H.G. :

"Ich muss da mal was loswerden. Es geschehen wirklich Zeichen und Wunder, wenn man sich einlassen kann.

Um zum Punkt zu kommen und in extremer Kürze: Ich bin ein Mensch, der 30 Jahre lang meinen Ausbildungszielen gefolgt ist, um anschließend 30 Jahre in der Industrie „erfolgreich“ meinen vermeintlichen Aufgaben zu folgen, bis mich letztendlich ein heftiges Burnout niederstreckte. Als Alleinerzieher war dies natürlich um Einiges schlimmer und dramatischer, als wenn man durch eine Familie aufgefangen wird. Auf der Suche nach meinem persönlichen Entwicklungsweg verlebte ich, sozusagen als letzte Konsequenz all meiner bisherigen Bemühungen, Ende 2016 ein absolut nichtssagendes Weihnachtsfest alleine, weil mein letzter, mir wirklich nahestehender Mensch – mein Sohn – mittlerweile unsere gemeinsame Vater-Sohn-Wohnung verlassen hatte. Mein Job war weg, meine Wohnung wurde gekündigt und eine Partnerschaft hatte ich zuletzt vor 2 Jahren gehabt. Ich fühlte mich nutzlos - allein und nutzlos. Ich war bereits seit einem Jahr ohne Job und ich war mit dieser inneren Leere „gesegnet“, die mich auch in letzter Zeit mehr über mein vermeintliches, weltliches Lebensende hatte sinnieren lassen.
Unerwartet erreichte mich eine Empfehlung durch eine Person, die ich noch nicht einmal näher kannte, in einem Internetportal. „Geh doch mal in das Auszeithaus zu Monika Hoffmann“, hatte es geheißen.
Ich fand diese Idee sehr bemerkenswert, da sie aus dem „Nichts“ zu mir kam. Ich wollte offen sein für Neues. Irgendwohin über das Ende der Welt hinaus in ein unbekanntes Nichts von unbekanntem Irgendwas zu gehen, um mir dort Auszeit zu gönnen, reizte mich sehr.
Ich rief in Jamitzow an und buchte gleich 5 Nächte in einem kleinen Wohnwagen neben dem Auszeithaus mitten im Winter, zwischen Weihnachten und Anfang Januar 2017, mitten in der Einöde, allein bei einer Frau, die sich selbst als sogenannte Auszeitbegleiterin bezeichnete. Was sollte das denn ergeben bzw. werden? Was tat ich nur? 800 km weit weg zu fahren um nicht zu wissen, was auf mich zukommt? Irgendwie surreal für mich. So „unkonventionell“ war ich vorher eher ganz selten gewesen.

Aber: Gedacht, gemacht, gefahren.....in der Abenddämmerung kam ich an, nachdem ich zuletzt ca. 100 km über Bundesstraßen-Alleen in Vorpommern-Greifswald gefahren war. Ich erreichte zunächst Lassan, weil mein Navi ausschließlich die „Lange Straße“ – mein Ziel - in der Stadt Lassan kannte. Diese winzige Stadt gefiel mir auf Anhieb gut, weil irgendwie ausgestorben, aber äußerlich bunt. Irgendetwas dort sprach mich sofort an. Es war so eine Pater Braun Atmosphäre dort, die ich aus meiner Jugend kannt.
Auf meinem Navi konnte ich weder den Ort Jamitzow finden, noch eine weitere „Lange Straße“, außer diese in Lassan.
Es regte sich eine Unsicherheit und Unbehagen in mir. Am Ortsausgang sah ich rein zufällig den einzigen Hinweis auf meine weitere Fahrrichtung: Das Schild „Buggenhagen 3 km“. Ich wusste bereits, dass mein Ziel in der Nähe von Buggenhagen liegen sollte. Also setzte ich meine Abenteuerfahrt in diese Richtung fort und kam nach einem zwischenzeitlichen Anruf bei Monika mit detaillierteren Hinweisen auf mein Ziel, letztendlich noch am Ziel an.
Die letzten 300 m des Weges bis zum Ziel der glichen eher einem Militärfeldweg als einer Bundesstraße, aber endlich sah ich das Haus in den letzten Lichtstrahlen des Tages rechts einsam dort in Mitten von Nichts liegen. Es war wirklich eine echte Abenteuerreise gewesen – zunächst mal bis hierher.
Ich kam an, wurde offen und nett begrüßt und auf ein Abendessen eingeladen, welches ich selbst mitgebracht hatte, weil ....... Mann weiß ja nie ;-).

In diesem kleinen Haus von Monika nahm ich in der Küche Platz und mein persönliches Wunder begann. Wir hatten kaum Kontakthemmungen und waren uns schon nach wenigen Minuten recht vertraut. Schöne, erste Gespräche folgten. Monika achtete sehr darauf, ihre eigenen Grenzen zu wahren, irgendwelche gefühlten, systemischen "Übergriffe" von außen früh zu spüren und das konnte ich sehr gerne respektieren.
Wenn es ihr in irgendeiner Weise zu viel oder zu nahe wurde, konnte Monika sich konkret und klar zu ihren Empfindungen äußern und Respekt und Rücksichtnahme von mir einfordern. Dies traf insbesondere dann zu, wenn mein Redebedürfnis ihr Hörbedürfnis überschritt.
Schließlich ließ sie mich ihre obere Etage betreten um mich in meiner Auszeit intensiver zu begleiten. So bemerkte sie zum Beispiel nach dem Essen meine Verspannungen im Nacken, die sich durch die lange Fahrt eingestellt hatten und lud mich unvermittelt zu einer Bewegungsmeditation auf ihren Dachboden ein, wo sie ansonsten alle ihre Behandlungen und Retreats durchführt. Nach dieser Meditation und weil gerade erst Weihnachten gewesen war, schenkte Sie mir ein kleines Päckchen, in dem ein Gutschein für eine Tantra-Massage verborgen war. Allein die Tatsache, von ihr ein Geschenk zu bekommen, war eher ungewöhnlich für meine Auffassung von einer Auszeitbetreuung.
Ich wusste zwar, dass Monika Tantra-Massagen gibt, hatte aber zuvor eher keine näheren Berührungen mit diesem Thema. Ich fand es sehr erleichternd, dass sie mir so in gewisser Weise den Weg auf eine sehr spannende Reise ebnete. Denn ich bin mir nicht sicher, ob ich es gewagt hätte, sie um eine Massage zu bitten, obwohl ich mit gerade auch mit dieser Aussicht angereist war. Außerdem hatte ich keine umfassende Vorstellung davon, was Tantra überhaupt meint. Ich lernte sehr schnell, dass die erotische Sexualität bei Tantra nur eine sehr, sehr untergeordnete Rolle spielt.
Mit den Worten: „Wir bleiben in totaler Absichtslosigkeit“ schenkte mir Monika 1,5 Stunden ungeteilte Aufmerksamkeit, die ganz und gar nur mir galt. Heute würde ich sagen, sie ist eine Künstlerin in ihrem Fach und hat mein kleines, leeres Fässchen der Bedürftigkeit bis zum Rand gefüllt.
Wenn ich vorher diese intensiven, einlassenden, körperlichen Kontakte immer nur unter der Gleichzeitigkeit einer Liebesbeziehung zu einer Frau erhalten konnte, geschah dies zum ersten Male für mich ohne irgendeine gewollte oder gewünschte weitere Einlassung aufeinander. Es war eine isolierte Handlung der Zuwendung. Sozusagen extrahierte Monika für mich die einzigartige Schnittmenge zwischen partnerschaftlicher Beziehung und reinen, wohltuenden Streicheleinheiten, vollgestopft mit Zuwendung und Intensität. Ich habe mein nun gefülltes Fässchen der Bedürftigkeit für eine recht lange Zeit mit mir tragen dürfen. Auf diese Weise habe ich eine neue Sichtweise auf mögliche Bedürfnissättigung erhalten, ohne eine möglicherweise konfliktträchtige, partnerschaftliche Beziehung zu einer Frau eingehen zu müssen.
Für mich - ein Wunder!

Wir haben die 5 Tage meines Aufenthaltes teilweise gemeinsam, teilweise getrennt verbracht. Aus dem Auszeithaus mit Waldblick ist für mich schnell ein alternatives Zuhause geworden, wohin ich mich immer wieder zurückziehen darf. Ich danke Dir von Herzen dafür, liebe Monika."


Fortsetzung Febr. 17 von H:G:

"Was bedeutet Tantra für mich?
Ich hatte bereits ausführlich beschrieben, was mich auf der bewussten Seite meines Seins im Auszeithaus Waldblick erwartet hatte. Was ich noch nicht beleuchtet habe, ist die unbewusste Seite meines Seins. Dazu eine kleine
Geschichte:
Nachdem ich am zweiten Tage meines zweiten Aufenthaltes bei Monika zunächst weiterhin ihre liebevolle Art und Zuwendung annehmen durfte und auch konnte, ergab sich, dass wir beide müde waren und uns voll bekleidet auf ein großes Lager nebeneinander legten. Die Entspannung kam über uns und unwillkürlich zogen sich unsere Köpfe an, so dass wir Wange an Wange eine ganze Stunde entspannt dort lagen. Das war natürlich zu Beginn für mich ungewohnt und ich war etwas aufgeregt, mit einer „Gastgeberin“ eine enge körperliche Nähe im gegenseitigen „Sich anziehen“ zu verspüren. Aber ihr „Merkwort“ aus meinem ersten Aufenthalt „Wir bleiben in totaler Absichtslosigkeit“ entspannte mich schnell.
Was dann geschah, ist eigentlich nicht in Worte zu fassen. Ich versuche es dennoch, weil es eine für mich besonders einmalige Erfahrung war.
Reinste und unverdorbenste Lebensenergie begann sich in mir zu regen. Ein Strom von Energie floss zunächst in mir, erwärmte mich und wurde ständig stärker. Ich war aufgeregt, ob Monika dies bemerken würde. Aber wir sprachen kein Wort. Nach einiger Zeit konnte ich mich darauf einlassen und die Energie begann ihre Richtung zu verändern. Es fühlte sich an, als würde meine Wange in ihren Kopf dringen und ihre Wange in meinen. Die Energie war gerichtet und floss immer stärker zwischen uns. Jetzt bekam ich irgendwie auch ein bisschen Respekt vor dieser Kraft. Ich fragte mich, wohin das führen würde?
Nach einigen Minuten bekam dieser Energie eine rot-orange Farbe und floss unaufhörlich zu Monika über. Und ich spürte deutlich wie Ihre Energie zu mir floss. Diese beiden Energieschwärme begegneten sich und beschnupperten sich und fingen wir kleine Hunde an, miteinander zu spielen und zu tanzen. Sie umschwärmten sich, drehten sich umeinander und um sich selbst und nahmen deutlich an Fahrt auf. Ich spürte deutlich, dass reine Liebe zwischen uns floss.
Da ich ja nun eher die zweckgebundene romantische Liebe zwischen Mann und Frau kannte, wurde es mir ein bisschen unheimlich. Was geschieht hier? Und wer bin ich eigentlich noch?
Es floss in Strömen reine Liebe zwischen uns, so dass ich zwischendurch dachte, ich werde nie wieder davon loskommen. Ich werde Monika lieben, bis irgendjemand uns gewaltsam trennen müsste. Ich floss förmlich tatsächlich über, vor Liebe. Dies war eines der schönsten, hingebungsvollsten Gefühle voller Liebe, Reinheit und Güte, welches ich jemals erlebt hatte. Unsere beiden Seelen tanzten miteinander. Ich sah Bilder unserer Seelen, wie sie spielten, sich erkundeten und sich annäherten. Mehr Glücksgefühl habe ich noch nie erlebt.
Nach ca. einer Stunde waren unsere Seelen sehr zufrieden mit dem, was sie erlebt hatten und wir konnten uns voneinander lösen. Ich berichtete Monika über meine gesehenen Bilder und sie stimmte mir zu, etwas sehr ähnliches gesehen zu haben. Selbst die Farben Orange und Rot stimmten überein.
Seelen sind kleine Zyklone, die sich um sich selbst drehen, bis sie „Verwandte“ finden, mit denen sie kommunizieren können, sich vereinen können und an Energie gewinnen können.
Danke für diese Erkenntnis, Monika."


Lieber H.G., vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht und daß du den Mut hast, ihn hier zu veröffentlichen. Da hast du (wir) in der Essenz erfahren, worum es im tantra geht, absolut im Moment sein, nichts "machen", geschehen lassen, Seelenebene wahrnehmen. Reine Liebesenergie ist immer da, nur meistens ist unser Verstand davor/dazwischen, um sie wahrzunehmen. Und es kann Angst machen, da sich die eigene Indiviualität auflöst, Identität von der man glaubt, sie zu sein. Danke für den Seelentanz!



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